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Schriften

Aufzaehlung Noch im Jahre 2001 wurden oftmals Formatierungen direkt im Text vorgenommen, was von Webdesignern ein hohes Maß an Disziplin erforderte, sollten doch die Formatierungen der Überschriften, Texte und Aufzählungen etc. auf allen Seiten eines Internetauftritts gleich sein. Abhilfe schafften externe Style Sheets (CSS) Dateien in denen die relevanten Stilinformationen für alle Dokumente gespeichert werden >> weiter zum Thema Formatierung.

Aufzaehlung In der deutschen Sprache haben wir die Besonderheit der Umlaute. In den Anfängen des Internets wurde deshalb häufig ein "ä" in "ae" umgeändert werden, um beim Empfänger nicht als unleserliches Sonderzeichen dargestellt zu werden. Für die korrekte Darstellung von Umlauten muss im Kopfteil (Header) einer HTML-Datei definiert werden, welche Kodierung angewandt werden soll >> weiter zum Thema Codierung.

Aufzaehlung Um etwas ausgefallenere Schrift in HTML-Seiten zu verwenden, blieb bisher nur die Möglichkeit sie als Grafik einzubinden. Inzwischen gibt es Web fonts, das heißt Schriften werden aus dem Internet geladen und können dann unabhängig von den lokal installierten Schriften auf der Webseite dargestellt werden >> weiter zum Thema Web fonts.

Schriften in HTML

Jeder der schon mal in einer Textverarbeitung geschrieben hat, weiß, dass die Eigenschaften der Überschriften und des Textes, wie Schriftgröße, Zeilenabstand, Laufweite der Buchstaben u.s.w., festgelegt werden müssen. Das ist in einem HTML-Dokument nicht anders, allerdings hat man hier die Möglichkeit die Formatierungen in einer gesonderten Datei zu speichern. Diese können dann auf alle Seiten der Homepage angewandt werden. Zusätzlich hat man die Option für verschiedene Ausgabemedien (z. B. drucken) unterschiedliche Darstellungen zu wählen. Während auf dem Bildschirm zumeist serifenlose Schriften wie "Arial" oder "Verdana" bevorzugt werden, ist im gedruckten Dokument eine Schrift mit Serifen wie "Times New Roman" oder "Courier" angenehmer zu lesen. Diese Trennung von Text und Formatierung hat einerseits den Vorzug, dass bei Schriftänderungen nur ein zentrales Dokument geändert wird, das heißt, Änderungen der Schriftart schnell durchgeführt sind, andererseits der Text für Screenreader besser zu lesen und damit barrierefrei ist.

Cascading Style Sheets

Cascading Style Sheets (CSS) erlauben es den Inhalt von der Schriftformatierung zu trennen. Legt man eine zentrale CSS-Datei an, die für viele, bzw. alle Dateien der Internetseite gilt, hat das zusätzlich den Vorteil, dass Änderungen bei der Formatierung schnell und einfach durchzuführen sind. Mit unterschiedlichen CSS-Dateien kann das Layout einer Seite an verschiedene Medien, Sehgewohnheiten oder Techniken angepasst werden. So ist es möglich alternative CSS-Dateien für den Ausdruck, das Betrachten am Bildschirm und verschiedene Browser-Versionen anzulegen. CSS bietet darüber hinaus eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten als nur die Formatierung von Schriften >> weitere Informationen zum Thema Cascading Style Sheets.

Kodierung

Schrift besteht aus Buchstaben und diese müssen dem Browser verständlich beschrieben (kodiert) werden. Den Beginn nahm das World Wide Web im englischsprachigen Raum, wo es keine Sonderzeichen gibt, und breitete sich von dort aus. Im ASCII (American Standard Code) gibt es deshalb nur 128 Zeichen, die deutschen Umlaute gehören nicht dazu. In der ISO 8859-1 gibt es die doppelte Anzahl an Zeichen (256, 8-Bit). Mit dieser Kodierung können die meisten westlichen und mitteleuropäischen Sprachen gut dargestellt werden. Für die richtige Umsetzung der Zeichen wurde im Kopf einer HTML-Seite die betreffende Kodierung definiert:

<meta http-equiv="content-type" content="text/html;charset=iso-8859-1">

Allerdings musste im Quelltext aus einem "ä" "&auml;" werden, um im Browser richtig dargestellt zu werden. Waren die Zeichen nicht definiert wurden in Firefox nur noch Fragezeichen, bzw. im Internetexplorer Vierecke gezeigt.

Browserfenster von Firefox mit Sonderzeichen

Diese Einschränkungen werden in Unicode beseitigt. Unicode (dt. etwa: "Einheitsschlüssel") ist eine Form der Kodierung von Zeichensätzen für das Internet mit dem alle weltweit verfügbaren Textzeichen, wie Buchstaben, Silbenzeichen, Satzzeichen, Sonderzeichen und Ziffern, darstellbar gemacht werden sollen. Verantwortlich für den Unicode Standard ist das in Kalifornien ansässige "Unicode Consortium". Unicode wurde vom World Wide Web Consortium" (W3C) in den Standard von HTML 4.0 aufgenommen. Unicode hat mit seinen 100 000 Zeichen den Anspruch alle bekannten Schriftsysteme darstellen zu können. Die wichtigsten Unicode Kodierungen zurzeit sind UTF-16 (16 Bit) und UTF-8, die die Unicode Zeichen in 8 Bit darstellt. Die betreffende Zeile im Header sieht wie folgt aus:

<meta http-equiv="content-type" content="text/html;charset=utf-8">

In einem XHTML Dokument sieht der betreffende Kopfteil so aus:

<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Transitional//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-transitional.dtd">

<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
<head>
<meta http-equiv="content-type" content="text/html;charset=utf-8"/>
<title>Unbenannte Seite</title>
</head>

Bei dieser Kodierung werden auch im Quelltext die Umlaute dargestellt eine Umschreibung ist nicht mehr nötig. Aber auch Unicode löst nicht das Problem eines auf dem Computer nicht vorhandenen Zeichensatzes, der die kodierten Textzeichen auch umfasst und darstellen kann. Es wird an Technologien gearbeitet, die es möglich macht bei Bedarf fehlende Schriftarten vom Browser online laden zu lassen. "Lucida Sans Serif", ein auf der Windows Plattform verbreiteter Zeichensatz, verfügt immerhin über 1.300 Zeichen. "Arial Unicode MS" ist ein nicht frei verfügbarer Font, der alle Unicode-Zeichen der Unicode-Version 2 darstellen kann, also auch die Zeichen vieler asiatischer Schriften.

Web fonts

Bei der Gestaltung von Internetseiten muss auch über die Schriftart entschieden werden. Einen Zeichensatz zu erstellen ist aber keine Alltäglichkeit, sondern designerische Schwerarbeit. Schriftgestaltung ist eine Kunst, mit der Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen. So ist ein "Font" ein künstlerisches Werk, das international urheberrechtlich geschützt ist.  Auf der sichern Seite ist, wer für die Internetseite Schriften verwendet, die mit Betriebssystemen geliefert und auf fast jedem Computer zur Verfügung stehen. Deshalb wird auf vielen Internetseiten z. B. "Arial", "Verdana" oder "Times New Roman" verwendet.
Wer den Besuchern seiner Internetseite eine außergewöhnlichere Schrift bieten möchte, muss auf Web Fonts zurückgreifen. Web Fonts stehen im Internet zur Verfügung und können online vom Browser für das Anzeigen der Internetseiten eingefügt werden. Es werden Web Fonts zum Kaufen oder Mieten angeboten. Einige Anbieter stellen Schriften auch kostenlos zur Verfügung. Gekaufte Schriften können auf dem eigenen Server gehostet werden. Gemietete Schriften indes hostet ein "Web Font-Dienst". Positiv an dieser Variante ist, dass Schriften leichter gewechselt werden können, sollte man sich später umentscheiden. Für welches Modell man sich auch entscheidet, es müssen immer alternative Schriften definiert werden, für den Fall, dass auf die Web Fonts (zeitweise) nicht zugegriffen werden kann.

Google ist eine Plattform, die kostenlos Web fonts [*] anbietet. Unter Sie verlassen die Homepage http://www.google.com/fonts/ stehen über 600 Schriftfamilien zur Verfügung. Nachdem man sich eine oder mehrere Schriftfamilien ausgesucht hat, können sie der eigenen Kollektion hinzufügt werden. Anschließend muss man nur noch entscheiden, wie die betreffenden Schriften eingebunden werden sollen, per CSS-Link, @import oder Javascript. Zu jeder Möglichkeit wird der Code eingeblendet, der mit kopieren / einfügen in die eigene Seite übertragen werden kann. Dieser Abschnitt ist in „Marck Script“ formatiert.

Wie auch dieser in „Buda“ formatierte Abschnitt zeigt, muss man bei der Wahl der Schriften den Zweck berücksichtigen, für den sie eingesetzt werden sollen. Ausgefallene Schriften eignen sich beispielsweise nur für Überschriften, weil sonst das Lesen eines Textes leicht anstrengend wird. Nichtsdestotrotz bringen Web Fonts Abwechslung ist das Schrifteneinerlei von Verdana, Arial und Times. Beim Ausdrucken werden, falls die Schriften lokal auf dem Computer nicht installiert sind, ähnliche Schriften verwendet.

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* Dem von Google Inc. geschenkten Gaul nicht ins Maul zu schauen, kann zu bösen Überraschungen führen. Google nimmt kein Geld für den Web Font Service, geht folglich also auch keine Verpflichtungen ein. Ob die gewählte Schrift oder das gesamte Angebot auch in 2 Monaten oder zwei Jahren noch zur Verfügung steht, kann niemand sagen. Google Inc. brachte 2005 den Google Reader auf den Markt, der kostenlos und bequem RSS Feeds auf den Bildschirm brachte. 2013 stellte die Firma, mit einigen Monaten Vorwarnung, diesen Dienst ein. Viele Softwareschmieden, deren RSS-Angebote auf Google Reader aufbauten, standen plötzlich ohne Geschäftsgrundlage da.


Links zum Thema

Sie verlassen die Homepage http://unicode.e-workers.de/about_unicode.php
Sie verlassen die Homepage http://www.sql-und-xml.de/xml-lernen/internationalisierung-unicode-sonderzeichen.html
Sie verlassen die Homepage http://de.wikipedia.org/wiki/UTF-8
Sie verlassen die Homepage W3C CSS Fonts Module Level 3


Letzte Aktualisierung: Freitag, 02.08.2013